VITAMIN B3: DER UNSICHTBARE TEIL

VITAMIN B3: DER UNSICHTBARE TEIL

Niacin steht klein auf der Packung, macht keinen Kick und wird trotzdem gebraucht. Warum es drin ist — und warum nicht der ganze B-Komplex dazu.

Der Einwand zuerst

"Warum sind da Vitamine drin — Marketing?"

Die Frage ist berechtigt, und wir geben sie nicht als Kompliment zurück. In vielen Energy Drinks sind B-Vitamine vor allem Etikettendeko: Sie klingen gesund, sie stehen auf der Dose, und mit der beworbenen Wirkung haben die Mengen oft wenig zu tun.

Deshalb hier die lange Antwort statt der kurzen.

Was Niacin tatsächlich macht

Niacin ist Baustein von NAD und NADH — zwei Coenzymen, ohne die der Energiestoffwechsel schlicht nicht läuft.

Ein Bild dafür: Kohlenhydrate und Fett sind der Treibstoff. Niacin ist Teil des Motors, der diesen Treibstoff überhaupt verbrennbar macht. Ohne Motor ist Treibstoff nur Flüssigkeit.

Genau deshalb klingen die Aussagen, die in der EU zu Niacin zugelassen sind, auch bewusst unspektakulär:

  • trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei

  • trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei

  • trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei

  • trägt zur normalen psychischen Funktion bei

Was Niacin nicht macht

Es macht nicht wach. Es liefert keinen Kick, und es ersetzt keinen Schlaf.

Wer einen echten Mangel hat, merkt dessen Behebung sehr deutlich — nur ist ein echter Niacin-Mangel in Europa selten. Niacin ist Grundversorgung, kein Wirkstoff. Wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir gerade etwas.

Warum es dann bei uns drin ist

Zwei Gründe.

Erstens: Unser Produkt zielt auf Energie, und Niacin ist einer der wenigen Nährstoffe, bei denen der Zusammenhang mit dem Energiestoffwechsel wissenschaftlich belegt und behördlich bestätigt ist. Das ist eine niedrigere Hürde, als es klingt — aber die allermeisten Zutaten in Energy-Produkten nehmen sie nicht.

Zweitens: die Menge. Eine Zutat zählt nur, wenn genug davon drin ist. In einer Portion Nutrons stecken [# mg Niacin einsetzen] — das entspricht [# % der Referenzmenge einsetzen]. [# Prüfen: mindestens 15 % der Referenzmenge, sonst darf die Aussage nicht geführt werden]

Und warum nicht gleich der ganze B-Komplex?

Hier wird es interessant, denn es wäre leicht gewesen: acht B-Vitamine auf die Rückseite schreiben, fertig. Wir haben uns dagegen entschieden.

Nimm Vitamin B6 als Beispiel. In hohen Dosen über längere Zeit kann es die peripheren Nerven schädigen — Kribbeln, Taubheitsgefühle, Missempfindungen. Beschrieben wurden solche Effekte vor allem ab etwa 100 mg täglich, einzelne Menschen reagieren empfindlicher.

Über Energy Drinks allein ist dieser Wert kaum zu erreichen; man müsste literweise trinken. Aber genau das ist der Punkt: Wenn eine Zutat nur deshalb unbedenklich ist, weil niemand so viel davon konsumiert, ist sie kein guter Grund, sie überhaupt zuzusetzen.

Unser Maßstab ist deshalb einfach: Eine Zutat kommt rein, wenn sie eine Funktion hat und die Menge dieser Funktion entspricht. Nicht, wenn sie sich gut auf der Rückseite macht.

„Der Motor macht keinen Lärm. Deshalb merkst du ihn erst, wenn er fehlt." — Cashew Commander

→ Was wir sonst noch bewusst weggelassen haben, steht im Beitrag "Warum kein Taurin drin ist".